Gefahrguteinsatz aufgrund unbekannter Flüssigkeit

Im Rostocker Hafen werden jährlich über zehn Millionen Tonnen Güter umgeschlagen, darunter auch viele als Gefahrgut deklarierte Transportgüter. Dass dabei auch ab und zu mal etwas schief geht, ist verständlich. Ein solcher Fall führte am Abend des 25. März 2009 zu einem Großeinsatz der Rostocker Feuerwehr. Aus einem Sattelauflieger, welcher im Rostocker Überseehafen auf seine Verladung nach Schweden wartete und der als Gefahrguttransporter deklariert war, tropfte eine unbekannte Flüssigkeit.

Daraufhin wurde der Gefahrgutzug der Rostocker Feuerwehr bestehend aus den Kräften der Feuerwache III, der ABC-Messgruppe der Freiwilligen Feuerwehr Stadt-Mitte und der Dekontaminationsgruppe der FF Gehlsdorf in den Überseehafen entsandt. Weiterhin wurde der Rüstwagen der Feuerwache I, der Einsatzleitwagen sowie ein Hilfeleistungslöschfahrzeug aus der Feuerwache II zur Unterstützung alarmiert.

Vor Ort musste der anstehende Gefahrguteinsatz durch die etwa 50 Feuerwehrkräfte zunächst vorbereitet werden. Zum Glück bestand keine unmittelbare Gefahr für Personen oder die Umwelt, da der Auflieger in einem speziell für Gefahrgutaustritte gesichertem Gebiet im Hafen stand.

So wurde zunächst die Dekontaminationsstrecke für die Säuberung der Einsatzkräfte aufgebaut und zwei CSA-Trupps bereiteten sich auf ihren Einsatz vor. Weiterhin wurde ein Löschangriff zur Sicherstellung des Brandschutzes vorbereitet. Parallel wurde durch die Kräfte der ABC-Messgruppe sowie den Einsatzleiter weitere Erkundungen zu dem in Frage kommenden Gefahrstoffen eingeholt. Bei dem betroffenen Sattelauflieger handelte es sich um Stückgutsendungen verschiedener Inhalte, wobei nicht alle Versandstücke Gefahrgut enthielten.

Als alle Vorbereitungen abgeschlossen waren, ging ein Trupp unter Chemikalienschutzanzügen zur Erkundung vor. Dabei stellte sich heraus, dass aus einem etwa  200 Liter großem Paket eine farblose zähflüssige Substanz auslief. Da es sich bei dem betroffenen Paket nicht um das deklarierte Gefahrgut handelte und dieses laut Aufschrift eine Substanz zur Herstellung von Kosmetikprodukten enthielt, konnte Entwarnung gegeben werden. Dennoch sicherte die Feuerwehr das betroffene Behältnis sowie ein weiters von der Flüssigkeit kontaminierte Behältnis und übergab es der zuständigen Spedition zur Entsorgung.

Nachdem nun Entwarnung gegeben worden war, konnte die Maßnahmen wieder zurückgebaut werden.

Noch während die Abbauarbeiten liefen wurden die Kräfte der Feuerwache I, II und die Freiwillige Feuerwehr Stadt-Mitte erneut alarmiert. Verantwortlich hierfür war diesmal ein durch einen Heimrauchmelder gemeldeter Wohnungsbrand in der Friedrich-Silcher-Straße in Reutershagen. Hier war es zu einem Brand in der Küche gekommen. Zum Glück wurden durch den schnellen Einsatz der Feuerwehr und den vorhandenen Rauchmelder keine Personen verletzt und das Feuer konnte schnell gelöscht werden.

Eingesetze Kräfte:
Feuerwache I: RW 2
Feuerache II: ELW 1, HLF 16
Feuerwache III: VLF, HLF 16, DLK 23-12, WLF mit AB-Gefahrgut, WLF mit AB-Sondereinsatz, RTW
FF Stadt-Mitte: ABC-ErkKW, MTF
FF Gehlsdorf: TLF 16/25, LKW Dekon-P, MTF
Sonstige: Bundespolizei, Wasserschutzpolizei, Betreibergesellschaft, Umweltamt
Fotos: Feuerwehr

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