Katastrophenschutzübung „Stadion 2009“ in Rostock

Nach monatelanger Vorbereitung begann am frühen Morgen des 10. Oktobers 2009 die Landeskatastrophenschutzübung „Stadion 2009“ in der Hansestadt Rostock. Übungsobjekt war das Fußballstadion DKB-Arena, Heimat des Zweiligisten FC Hansa Rostock. Das Szenario sah die Freisetzung eines unbekannten gasförmigen Stoffes während eines Bundesligaspiels in einem Block in der Südtribüne vor. Beteiligt waren etwa 500 Katastrophenschutzkräfte mit 115 Fahrzeugen, die aus drei Landkreisen und der Hansestadt Rostock stammten. Ihre Aufgaben arbeiteten sie bei dieser Vollübung unter der Leitung des Landesamtes für zentrale Aufgaben und Technik der Polizei, Brand- und Katastrophenschutz Mecklenburg-Vorpommern ab.

Um 9 Uhr starteten die Übungshandlungen mit dem Eintreffen der ersten Kräfte. Während die die technische Einsatzleitung (TEL) in Betrieb genommen wurde, ging zunächst die Messgruppe der Freiwilligen Feuerwehr (FF) Rostock Stadt-Mitte zur Festlegung der Absperrgrenzen sowie zur Messung und Beseitigung des freigesetzten Stoffes vor. Gleichzeitig begannen weitere Kräfte der FF Stadt-Mitte, der FF Rostock Gehlsdorf und des Gefahrgutzuges der Berufsfeuerwehr (BF) Rostock mit dem Aufbau einer Chemikalienschutzanzug (CSA) - Ankleidestrecke und einer Dekontaminationsstrecke. Die Schnelleinsatzgruppe (SEG) des Rettungsdienstes entfaltete sich ebenfalls vor Ort. Bedingt durch die Absicherung des Fußballspiels waren der Sanitäts- und der Betreuungszug des Deutschen Roten Kreuz aus Rostock bereits vor Ort und übernahmen teils die Erstversorgung der Verletzen, welche aus dem Stadion kamen.

Durch die TEL wurden im Folgenden Kräfte der anderen Landkreise, des Technischen Hilfswerkes (THW) und der Sanitäts- und Betreuungszüge aus den Bereitstellungsräumen alarmiert und der Einsatzstelle zugeführt.

250 der 300 betroffenen Personen, die vor allem durch Medizinstudenten der Universität Rostock gespielt wurden, konnten zunächst aus dem Gefahrenbereich evakuiert und durch die Sanitäts- und Betreuungszüge versorgt werden. Nach einer Schnellsichtung durch medizinisches Personal im Gefahrenbereich wurden 50 zum Teil schwer verletzte Personen aufwändig unter CSA gerettet und der Dekontamination zugeführt. Danach wurden die Verletzten in den Behandlungsplätzen versorgt und für den Abtransport in die beiden Rostocker Kliniken vorbereitet. Auch in den Kliniken wurden die Abläufe und Pläne für ein solches Einsatzszenario getestet.

Vor allem die Schnellsichtung im Gefahrenbereich, bei der das medizinische Personal unter CSA arbeiten musste, die Dekontamination von verletzten und nicht gehfähigen Personen sowie das Zusammenspiel der verschiedenen Katastrophenschutzeinheiten, Kliniken und Führungsebenen sollten bei dieser wirklichkeitsnahen Landesübung sowohl auf der administrativ-organisatorischen als auch auf der operativ-taktischen Ebene überprüft bzw. geübt werden.

Die Übung endete gegen 13 Uhr mit der Versorgung der Einsatzkräfte und einem Abschlussappell. Hier konnte die Übungsleitung ein erstes positives Fazit ziehen, die genaue Auswertung der Übung wird jedoch noch einige Wochen in Anspruch nehmen.

Übungsteilnehmer:
- LPBK M-V
- Hansestadt Rostock (Führungsstab, TEL, Gefahrgutzug, Sanitätszug, Betreuungszug, SEG)
- Landkreis Bad Doberan (KGS, Gefahrgutzug, Sanitätszug, Betreuungszug)
- Landkreis Güstrow (KGS, Gefahrgutzug, Sanitätszug, Betreuungszug)
- Landkreis Nordvorpommern (KGS, Gefahrgutzug, Sanitätszug, Betreuungszug)
- Sicherheitsdienst DKB-Arena
- Polizei (PD, PI)
- THW (OV Rostock, OV Bad Doberan)
- DRK (Landesverband, Kreisverband HRO)
- Universitätsklinikum der Hansestadt Rostock
- Klinikum Süd der Hansestadt Rostock
Fotos: Andre Axman (www.reutershagen.de

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