Schneechaos legt Hansestadt Rostock lahm

Das Tiefdruckgebiet Keziban legte am 30. Januar 2010 mit stundenlangen Schneeschauern und orkanartigen Böen das gesamte öffentliche Leben in der Hansestadt Rostock für mehrere Stunden lahm. Die Starkschneefälle begannen bereits am Freitagabend und hielten schließlich bis in die Mittagsstunden des 30. Januar an. Insgesamt fielen fast 35 cm Schnee im Stadtgebiet, die sich manchem Orts durch den Sturm zu meterhohen Schneewehen auftürmten.

Die Feuerwehr Rostock war seit den frühen Morgenstunden im Einsatz um die nötigsten Versorgungsdienste und die Rettung in Not geratener Menschen sicher zu stellen. Ein Krisenstab unter der Leitung des Senators für Finanzen, Verwaltung und Ordnung Georg Scholze wurde einberufen um die Aktionen zu koordinieren. Alle öffentlichen Veranstaltungen wurden abgesagt und die Bürger der Hansestadt wurden aufgerufen die eigenen Fahrzeuge nicht zu benutzen. Wie alle Freiwilligen Feuerwehren der Hansestadt war auch die Freiwillige Feuerwehr Rostock Stadt-Mitte im Einsatz.

Schon beim ersten Einsatz um 4:52 Uhr hatten die freiwilligen Feuerwehrleute aus Stadt-Mitte große Schwierigkeiten zunächst das Gerätehaus und dann auch den Einsatzort über die stark verschneiten Straßen zu erreichen. Der Mülltonnenbrand im Hauseingang eines Mehrfamilienhauses war dann jedoch schnell durch den Angrifftrupp gelöscht. Nach dem Einsatz verblieben die Kameraden für eine erhöhte Einsatzbereitschaft in der Wache. Und keine eineinhalb Stunden nach dem ersten Alarm folgte auch schon eine Brandmeldung aus der Zahnmedizinischen Universitätsklinik. Diese entpuppte sich glücklicherweise als Fehleinsatz. Auf dem Rückweg mussten dann die ersten festgefahrenen Fahrzeuge befreit werden.

Die Straßen in der Stadt waren schon zu diesem Zeitpunkt für normale Fahrzeuge unbefahrbar. Nachdem sich eigene Fahrzeuge festgefahren hatten und ein Rettungsfahrzeug an einem Unfall beteiligt war, setzte die Feuerwehr auf Allradfahrzeuge und Schneeketten. Ein Kettenfahrzeug der Marke Hegglunds wurde mit einem Notarzt besetzt um eingeschneite Stadtteile erreichen zu können.

In den folgenden Stunden folgten für die FF Stadt-Mitte dann 13 Einsätze bei denen mit den drei besetzten Einsatzfahrzeugen bis in den Nachmittag verschiedenste Fahrzeuge aus dem Schnee befreit werden mussten um wichtige Verkehrswege frei zu halten und Gefahren abzuwenden. Kurz vor Mittag wurden noch mal alle Kräfte zu einem Wohnungsbrand nach Reutershagen gerufen. Die Besatzung des Tanklöschfahrzeugs Stadt-Mitte konnte dabei die Wohnungstür gewaltsam öffnen und angebranntes Essen auf dem Herd löschen. Eine ältere Dame wurde durch den Brand verletzt und an den Rettungsdienst übergeben.

Außerdem wurde ein Allradfahrzeug aus Stadt-Mitte zum Transport von Mitgliedern der Stadtverwaltung eingesetzt. In den folgenden Tagen wurde die FF Stadt-Mitte zu

weiteren Bergungseinsätzen gerufen, die durch eine Bereitschaft abgedeckt wurden. Ein Krisenstab koordinierte weiterhin die Aktionen der Rettungskräfte. Insgesamt mussten Feuerwehr und Rettungsdienst an diesem Wochenende hunderte Einsätze zusätzlich bewältigen.

Eingesetze Kräfte:
Feuerwache I: ELW A-Dienst, HLF 16, DLK 23-12, RW 2, Hegglund-Kettenfahrzeug
Feuerwache II: ELW A-Dienst, HLF 16, DLK 37
Feuerwache III: HLF 16, KTLF 1000
FF Warnemünde: TLF 16/25, LF 16-TS, MTF
FF Stadt-Mitte: TLF 16/25, LF 16-TS, RW 1, GW-W
FF Gehlsdorf: TLF 16/25, LF 16-TS, LKW Dekon-P
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