Großbrand in Rostock – Rauchwolke noch aus 20 Kilometer Entfernung sichtbar

Am Samstag, 17. Juli 2010 kam es in Rostock - Reutershagen zu einem Großbrand, bei dem ein Gewerbegebäude bis auf die Grundmauern niederbrannte. Gegen 17:20 Uhr liefen mehrere Notrufe gleichzeitig in der Leitstelle der Berufsfeuerwehr Rostock ein, die eine weithin sichtbare Rauchwolke meldeten. Daraufhin wurden zunächst zwei Löschzüge der Berufsfeuerwehr, der B-Dienst sowie die Freiwillige Feuerwehr Rostock Stadt-Mitte alarmiert.

Schon auf der Anfahrt meldeten die Kräfte „Lage auf Sicht“ und konnten somit die massive Rauchentwicklung bestätigten. Vor Ort drang aus einem 50x15 Meter großen Barackengebäude, das früher gewerblich genutzt wurde und nun aber augenscheinlich leer stand, dichter Brandrauch. Zunächst wurden Sofortmaßnahmen getroffen um eine Brandausweitung auf angrenzende Grünflächen und Gebäude zu verhindern. Ein Feuerwehrmann rettete in letzter Sekunde ein direkt vor dem Brandobjekt abgestellten PKW, indem er ihn wegfuhr. Außerdem wurde die Einsatzstelle abgesperrt, da sich bereits zahlreiche Schaulustige eingefunden hatten. Der Einsatzleiter beorderte umgehend weitere Kräfte, unter anderem ein Großtanklöschfahrzeug, zur Einsatzstelle und ordnete die Stadtschutzbereitschaft für die übrigen Freiwilligen Feuerwehren an.

Über ein Hilfeleistungslöschfahrzeug (HLF) und ein Tanklöschfahrzeug (TLF) wurden die ersten Brandbekämpfungsmaßnahmen eingeleitet. Sofort wurden ca. 300 Meter Schlauchleitungen verlegt, um die Fahrzeuge mit Löschwasser zu versorgen. Später beteiligten sich noch ein Löschgruppenfahrzeug, zwei weitere HLF sowie das Großtanklöschfahrzeug an den Löscharbeiten und nahmen insgesamt acht Rohre vor, darunter fünf C-Rohre, ein B-Rohr, ein B-Monitor sowie ein Dachmonitor. Mehrere Trupps arbeiteten unter umluftunabhängigem Atemschutz, weitere unter Einsatz von Atemschutzfiltern, um sich vor dem giftigen Brandrauch zu schützen.

Nachdem es zur Durchzündung der Brandgase gekommen war, schlug enorme Hitze auf die Einsatzkräfte und das Material. Die Trupps an vorderster Front mussten sich umgehend zurückziehen. Ein Tanklöschfahrzeug musste noch in 30 Meter Entfernung mit Wasser gekühlt werden um es vor der Wärmestrahlung schützen zu können. Außerdem stellten die explodierenden Dachplatten, deren Einzelteile meterweit flogen, ein erhebliches Risiko für die Einsatzkräfte dar.

Nach ca. einer Stunde war das Feuer soweit runter gebrannt, dass die Kräfte zur direkten Brandbekämpfung in die Ruine vorgehen konnten. Unter Beachtung der Sicherheit der Einsatzkräfte mussten nun über zwei Stunden hinweg Glutnester beseitig und Restlöscharbeiten durchgeführt werden. Die Zahl der Einsatzkräfte wurde in dieser Phase des Einsatzes allmählich reduziert. Erst gegen 21 Uhr verließen schließlich die letzten Feuerwehrfahrzeuge den Einsatzort. Die Feuerwehr Rostock war mit über 50 Kräften von Feuerwehr und Rettungsdienst sowie 17 Fahrzeugen vor Ort.

Eingesetze Kräfte vor Ort:
Feuerwache I: A-Dienst Süd mit ELW, B-Dienst mit ELW, HLF 16, DLK 23-12, WLF mit AB-Mulde, GW-Tier
Feuerwache II: A-Dienst Nord mit ELW, HLF 16, DLK 37
Feuerwache III: HLF 16, GTLF
FF Stadt-Mitte: TLF 16/25, LF 16-TS, RW 1
Rettungsdienst: 2 x RTW, NEF
Polizei: Steifenwagen, Kripo
Bereitschaft in den Wachen:
Feuerwache 1:
FF Gehlsdorf: TLF 16/25
Feuerwache 2:
FF Warnemünde: TLF 16/25
FF Groß Klein: TLF 16/25
Fotos: Feuerwehr

Presseartikel zu diesem Einsatz:


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